Oder, weshalb man die Moskauer Metro nach einem Atomkrieg lieber meiden sollte.

Die Moskauer Metro zählt mit 2,4 Milliarden Fahrgästen jährlich zu einer der am stärksten in Anspruch genommen U-Bahnen weltweit. Nicht so in Metro 2033, dort werden keine Fahrgäste mehr befördert. Aber fangen wir erst einmal von vorne an. Metro 2033 basiert auf dem gleichnamigen Roman des russischen Autors Dmitri Alexejewitsch Gluchowski aus dem Jahre 2007, weicht an einigen Stellen aber von der Handlung ab, im Roman wird deutlich weniger geschossen.

Einleitung

Die Erde wurde in einem nicht näher bekanntem Atomkrieg verwüstet. In Moskau haben sich die wenigen Überlebenden in das große U-Bahn Netzwerk der Metro gerettet, die Oberfläche ist nämlich nur noch mit einer Gasmaske betretbar. Durch die atomare Strahlung an der Oberfläche gibt es eine ganze Facette von Mutanten, die die Metrostationen immer wieder heimsuchen. Doch Mutanten sind nicht die einzige Sorge der Metro Bewohner, dort unten gibt es auch noch Banditen, Kommunisten und sogar Faschisten. Die seltsamsten Wesen sind aber die so genannten “Schwarzen”, die Menschen in den Wahnsinn treiben können, um die es sich auch hauptsächlich dreht, im Spiel und Roman. Als Spieler schlüpft man nun in die Rolle des 20 jährigen Artjom, der von Hunter, einem Freund seines Stiefvaters gebeten wird, zur Polis Station zu gehen und dort mit einem gewissen Miller zu reden. Der Spieler wird aber schnell feststellen, dass es nicht so einfach ist dorthin zu gelangen . . .

Gameplay

Metro 2033 kann man als klassischen Ego-Shooter bezeichnen. Man läuft in jedem Level von Punkt A zu Punkt B und das auf einem sehr gradlinigen Pfad, von dem man nur sehr selten abweichen kann. Es kommen keinerlei Rätsel vor und abgesehen davon das man manchmal an den Gegnern vorbeischleichen kann, gibt es keine alternativen Lösungswege. Auf dem Weg zur Polis Station landet man immer wieder in bewohnten Stationen, in denen man häufig auch auf Händler trifft. Wo wir gerade beim Thema sind, bezahlt wird in Metro 2033 mit spezieller Munition, erkennbar daran das sie glänzender und stärker ist als normale. Die sogenannte Militärmunition, die im Spiel immer als Militärmun bezeichnet wird, stammt noch aus der Welt vor dem Atomkrieg und ist deshalb sehr wertvoll und schwer zu finden. Mit dieser kann man sich dann neue Waffen kaufen, gegen Munition tauschen oder sich Pilzschnaps in einer der Spelunken gönnen. Beim Umherstreifen in den Tunneln sollte man allerdings aufpassen, dass man nicht aus Versehen die Militärmunition in seine Waffe lädt, es könnte sonst ein teurer Ausflug werden.

Grafik

Grafisch gehört Metro 2033 zu einem der schönsten Ego-Shooter die ich bis jetzt gesehen habe. Seien es die Lichteffekte, die Waffen oder die Charaktere, es passt einfach alles zusammen. Überall in den Tunneln wachsen seltsame Pflanzen an den Wänden und glühende radioaktive Pilze auf dem Boden. In der Regel sieht man auch immer Ratten. Sollte das einmal nicht so sein ist Vorsicht geboten, dann könnte nämlich ein Mutant in der Nähe lauern. Zwischendurch verschlägt es einen auch immer wieder an die Oberfläche, dort gibt es ein nettes Detail an der Gasmaske zu beobachten. Diese beschlägt nämlich immer mehr je länger man sie trägt, bis man fast gar nichts mehr erkennen kann. So weiß man wann der Filter gewechselt werden muss, dies macht Artjom aber von alleine. An manchen Stellen gibt es allerdings auch etwas matschig aussehende Texturen, das fällt einem aber nur bei genauem Hinsehen auf. Dieses Spiel ist also empfehlenswert für Leute die Wert auf Grafik legen.

Multiplayer

Gibt es nicht.

Lob

  • Grafisch sehr schön gemachtes Spiel.
  • Gute deutsche Sprecher.
  • Sehr schön erzählte Story.
  • Verschiedene Gegner: Menschen, Mutanten.
  • Die Feind KI ist überwiegend gut.
  • Abwechslungsreiche Level und Stationen.
  • Atmosphärisch sehr gut, teilweise beklemmend auf den dicht bevölkerten Stationen.
  • Mehrere Schwierigkeitsgrade.

Kritik

  • Das Einzige was ich wirklich zu kritisieren habe, ist die Gradlinigkeit der Level, man hat nur sehr selten und dann auch nur sehr kurz die Möglichkeit den Hauptpfad zu verlassen. Tut man dies, wird man dafür aber oft mit kleinen Verstecken belohnt in denen man Munition, Gasmaskenfilter und manchmal auch die eine oder andere Waffe findet.
  • Ansonsten hat die KI manchmal Aussetzer oder die Charaktere wirken in Gesprächen abwesend.
  • Die deutsche Synchro ist nicht schlecht, allerdings wirkt der russische Akzent ziemlich aufgesetzt und Kinder haben gar keinen. Das zerstört ein wenig die Atmosphäre.

Screenshots


Fazit

Für Leute die noch einen soliden Shooter suchen ist Metro 2033 keine schlechte Wahl. Gute Story, gute Shootereinlagen und intelligente KI. Was braucht ein Shooter mehr? Gut, einen Multiplayer vielleicht, das ist bei dem Setting von Metro 2033 nur schwer vorstellbar. Ich empfehle übrigens jedem das Buch zu lesen, es ist hervorragend.

Gameplay: 7/10Story: 8/10Grafik: 9/10 -> Gesamt:  8*

* Berechnet aus: 40% Gameplay – 20% Story – 40% Grafik

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