Wenn man nach dem besten Star Wars Spiel aller Zeiten fragt, dann wird sich eine Antwort wohl häufen, KOTOR. Knights of the Old Republic spielt fast 5000 Jahre vor den Filmen, erzählt jedoch eine nicht minder epische Geschichte von Freundschaft ,Verrat, Liebe, Rache und Lichtschwertern. Aufgrund einer gewissen Antipathie dem zweiten Teil gegenüber werde ich nur den ersten Teil unter die Lupe nehmen.

Es war einmal vor langer Zeit

in einer weit weit entfernten Galaxis…

Jedem passionierten Star Wars fan rollen sich bei diesem Vorspann die Fußnägel hoch. Und genau dieser begrüßt auch die KoTOR Spieler, gefolgt von der wohl besten Filmmusik aller Zeiten. Doch nach dem Vorspann hat man keinen Lichtschwert schwingenden Überjedi vor sich sondern je nach gewählter Klasse einen leicht dementen Gauner, Soldaten oder Scout. Rudimentär ausgerüstet kämpft man sich durch das von Sith geenterte Schiff und flüchtet dann mit Carth Onasi auf den Planeten Taris. Wen spätestens jetzt das Spiel noch nicht gepackt hat, der muss Taub, Blind oder am ehesten beides sein. Zugegeben, heute mag das Spiel von der Grafik her nicht mehr allzu überzeugend sein, dafür ist die biowaresche Methodik des Storytellings einfach unvergleichlich. Kein Satz sagt der Charakter automatisch, immer ist es der Spieler der seinen Avatar lenkt. Und noch wichtiger, alles wird mit hellen oder dunklen Machtpunkten honoriert, welche später aussehen und vor allem Jedikräfte des Protagonisten bestimmen.

Spielen lässt sich KoTOR wie jedes andere Game auch. Wer WOW kennt wird wohl auch mit dem KoTOR UI schnellstens zurecht kommen.

Das Interface im Kampf besteht aus drei Balken

Der fordere ist der Nahkampf der rechte daneben die

Macht und der rechte für Wurfwaffen

Die Steuerung, sowohl auf XBOX als auch auf PC ist sehr eingängig, und geht schnell in Fleisch und Blut über. Die Kämpfe sind Rundenbasiert und können jederzeit gestoppt werden um seine Angriffsbefehle neu zu ordnen. Während am Anfang reines draufhauen noch reicht, erfordern schon auf dem ersten Planeten Taris die Rakghoul, eklige Seuchenopfer die sich in Monster verwandeln, mehr taktisches Geschick. Ob man nun mit vielen schnellen aber ungenauen Angriffen attackiert oder lieber jede runde nur einen Schlag macht, der dann aber sitzt, muss mal für mal neu überdacht werden.

Das wahre Herz von KoTOR sind jedoch die Begleiter. Jeder einzelne hat einen eigenen Charakter, der vom kodextreuen Jedi bis zum kampferprobten Schiffskapitän, jeder hat andere Themen die man erfragen kann und eigene Geschichten über die man mehr erfährt wenn man mehr Zeit mit dem entsprechenden Crewmitglied verbracht hat. Diese Gespräche können kindergartenmäßige Zankereinen sein, jedoch auch tiefenphilosophie Diskussionen können sich mit der richtigen Gruppenzusammenstellung ergeben.

Nach und nach lernt man auf seiner Schatzsuche quer durch besagte weit weit entfernte Galaxis neue Charaktere kennen, die nicht nur vom besagten Charakter anders sind, sondern auch von ihren Kampfesfertigkeiten her. Bei einem Wookie ist nämlich ein Platz in der Nahkämpferriege eher angebracht als bei einem alt eingesessenen Soldaten. Das man dem Wookie trotzdem auch einen Blaster in die Hand drücken kann ohne direkt unter zu gehen, liegt daran das die Skillung der ganzen Gruppe in den Händen des Spielers liegt. Jede Fähigkeit kann abgewägt werden und via der eingängigen Charprogrammierung verteilt werden. So lassen sich Heiler erstellen ohne das man seine eigenen wertvollen Machtpunkte zum heilen opfern muss.

Apropos Macht, im Spiel gibt es helle, neutrale und dunkle Machtfähigkeiten. Theoretisch kann jeder jede Fähigkeit nutzen, jedoch kostet es einen sittenstrengen Jedi mehr Überwindung, und damit Machtpunkte, als einen Sith seine Gegner mit Blitzen medium zu garen. Die einzelnen Kräfte sind nicht sonderlich viele, jedoch alle ganz nett und aus den Filmen bekannt. So kann man als möchtegern Obi Wan mit dem Mind Trick die Gegner ablenken und an ihnen vorbei laufen, ihnen im Darth Vader Stil die Luft abwürgen oder sie mit einer der anderen Machtspielereien mit der Macht eins werden lassen.

Last but not least, das Moralsystem. Wie schon erwähnt gibt fast jede Tat, ja sogar jedes Wort das man dem Protagonisten in den Mund legt, Moralpunkte. Einen armen Zocker vor der lokalen Mafia zu retten ist ein durchaus ehrenwertes Ziel, und wird auch so bepunktet und ihm das Geld das er der Mafia schuldet zu geben ist sogar noch besser, jedoch hat man nach mehreren solchen Taten nicht mehr das Finanzpotenzial der netten Twi´lek Verkäuferin den dringend benötigten Droiden abzukaufen und muss sie dann erpressen ihn her zu geben, was selbstverständlich dunkle Punkte mit sich bringt. Dieses kleine Beispiel soll nur zeigen das bei Kotor alles mit allem in Verbindung steht.

Vielleicht sollte man noch sagen das böse Charaktere mit der Zeit auch scheiße aussehen, nur als kleinen Anreiz zum moralischen Weg.

Was also soll ich über KoTOR sagen? Das es gut ist? Untertrieben! Das es sehr gut ist? Kommt meiner Intention schon näher. Das es… sagen wir mal Phänomenal ist? Ja, das passt. Es hat eine top Story, komplexe Charaktere, spielt sich so flüssig wie Wasser und die vielen Entscheidungen ermutigen es wieder und wieder und wieder und wieder und wieder und wieder zu spielen.

Um es mit den Worten Barnie Stinsons (How I met your Mother, Pro Sieben) zu sagen:

Es ist LEGEN, achtung da kommt es, es kommt, da ist es DÄR

Soviel zu meiner Meinung über Star Wars Knights of the old Republic, und für mich als Freund kitschiger Verabschiedungen gibt es jetzt nur noch eines zu sagen:

Kauft euch den Nachfolger Star Wars the old Republic, Biowares bald erscheinendes Top MMORPG! Ach ne das wars nicht, auch wenn der Aufruf noch gilt, sondern:

Fühlen nicht denken, vertraue deinem Instinkt. Möge die Macht mit dir sein.